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Rund ums Bügeln

Der Vorgang des Bügelns beschreibt das Glätten von Textilien wie T-Shirts, Bettwäsche und Hemden mit Hitze handelt. Die Geschichte des Bügelns geht sogar bis ins 15. Jahrhundert zurück. Zu dieser Zeit verwendete man lediglich Metallplatten mit Griffen und erhitzte diese über einem Feuer oder auf einem Ofen.

Wie viele technische Errungenschaften entwickelte sich auch das Bügeln (früher als "Plätten" bezeichnet, im Zuge einer Industrialisierung weiter. Seit dem 18. Jahrhundert erhitzte man nur noch eine Vorrichtung aus Metall, die im heißen Zustand in einen Hohlraum des Bügeleisens eingeführt wurde. Kaum vorstellbar, dass solche Gerätschaften bis ins 19. Jahrhundert benutzt wurden. Andere Innovationen im Bereich des Bügelns waren das Einfüllen von glimmender Kohle, Holz, oder so genannten Briketts in den Hohlraum des Bügeleisens. Die bekannte Ochsenzunge war eine Platte mit Verjüngung zum vorderen Ende hin, die erhitzt und anschließend in das restliche Bügeleisen mit Griff "eingeklinkt" wurde. Bei industrieller und größerer wirtschaftlicher Nutzung des Bügeleisens, beispielsweise in Bügelstuben, wurde vermehrt ein System verwendet, bei dem die Bügeleisen an Schläuche angeschlossen wurden, durch die heißes Gas, an einem Gasbrenner erhitzt, geleitet wurde.

Simultan zu der Entwicklung und Verbreitung der entstehenden Elektrizität entstand um 1880 das erste elektrische Bügeleisen. Heutzutage werden beinahe alle Bügeleisen durch Elektrizität erhitzt. Meist sind diese Bügeleisen in 3 Stufen einstellbar. Zudem besitzen sie fast ausschließlich eine Überhitzungssperre, die bei einer bestimmten Temperatur die weitere Erhitzung des Eisens unterbindet und somit mechanische und elektrische Schäden, aber auch das Verbrennen vom Stoff verhindert. Eine Rarität hingegen ist das Bügeleisen, welches durch chemische Reaktion verschiedener Stoffe zur Erhitzung gebracht wird.

Gebügelt wird heutzutage nahezu jedes Textil. Besonders beim Tragen von Anzügen und Hemden für die Arbeit oder auch bei Festlichkeiten sollte auf gänzliche Freiheit von Falten geachtet werden. In den letzten Jahren sind diesbezüglich auch eine Vielzahl von bügelfreien Hemden auf den Markt gekommen, die je nach Marke mit unterschiedlichem Erfolg das Bügeln mehr oder weniger überflüssig machen. Konträr zu dieser peniblen Art sich zu kleiden wurden Stoffe und Kleidungen entwickelt, die absichtlich einen verknitterten, aber dennoch schönen Stoff, besitzen und somit nach dem Waschen lediglich getrocknet und nicht gebügelt werden müssen.Große Stoffe, wie Bettbezüge und Leintücher, aber speziell auch Hemden kann man in Reinigungen abgeben, die für einen geringen Preis gewaschen und maschinell gebügelt werden.

Die Engländer machten Ende des letzten Jahrhunderts das Bügeln zum Sport. Bei dieser Sportart muss trotz unmöglichen Bedingungen, sei es unter Wasser oder an einem Steilhang, um nur ein paar Beispiele zu nennen, gebügelt werden. Es in dieser Disziplin sogar eine Weltmeisterschaft bei der ein Mann im Jahr 2004 über 4 Stunden einen Marathon gelaufen ist und nebenher natürlich gebügelt hat.