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Ursprünglich galt das Tragen von Krawatten als eine Art Status-Symbol. Beispielsweise in Königshäusern, innerhalb des Adels und unter der reicheren Bevölkerung wäre es spätestens ab Mitte des 17. Jahrhunderts undenkbar gewesen, sich ohne Krawatte in der Öffentlichkeit blicken zu lassen. Auch wenn sie seinerzeit noch „Croata“, dann „Cravate“ und anschließend Regate“ genannt wurde. Auch bestand sie oftmals aus Tüchern oder Schleifen und hatte anfänglich noch nicht allzu viel Ähnlichkeit mit den heutigen Krawatten. Die ungeschriebene Regel, unbedingt einen derartigen Halsschmuck zu tragen, hat sich heutzutage merklich gelockert. Dennoch gibt es neben dem eigenen Wunsch, es zu tun, immer mal wieder Situationen, in denen das Tragen von Krawatten erwartet wird. Beispielsweise bei Empfängen und wichtigen Sitzungen, zur eigenen Hochzeit oder auch während eines Opern-Besuches.
Eine Krawatte so zu binden, dass sie nicht nur gut aussieht, sondern den Träger nicht über Stunden am freien Atmen hindert, ist eine Kunst für sich. Sitzt der Knoten zu locker, wirkt der Binder möglicherweise schlampig, was sich nicht zuletzt auf das gesamte Erscheinungsbild auswirken kann. Sitzt er zu fest, ist das fast schon eine Garantie dafür, sich unwohl zu fühlen. Davon abgesehen, dass eine schlecht sitzende Krawatte meist auch eine unansehnliche Schulterpartie am Hemd zur Folge hat. Beinahe 200 Krawatten-Knoten sind mittlerweile entwickelt worden, wozu allerdings nicht der „Komische Knoten“ zählt, für den Fall, dass es überhaupt nicht klappen will. Je nachdem, welche Hemdkragen bevorzugt getragen werden, ist der dazu passende Krawattenknoten zu wählen. Für einen schmalen Kragen eignen sich also eher kleine Knoten.
Zu den kleineren Knoten zählen zum Beispiel der einfache Knoten, auch „Four-in-Hand“ genannt, der Kent-Knoten, welcher auch bekannt ist als orientalischer oder kleiner Knoten, und der Windsor-Knoten, sowie der halbe Windsor-Knoten, der auch halber englischer bzw. türkischer Knoten genannt wird. Einer der einfachsten Knoten ist jedoch der Pratt- bzw. Shelby-Knoten, für den, wie auch beim „Four-in-Hand“, nur vier Handgriffe notwendig sind. Letzterer hat seinen Namen übrigens nicht, weil man gleichzeitig zwei Krawatten mit vier Enden in einer Hand bindet, sondern weil einer Legende nach die Kutscher zu früheren Zeiten mit diesem Knoten ihre Zügel fixiert haben sollen. Bei langen Oberkörpern sollte ein Knoten gewählt werden, bei dem der Stoff nicht zu oft übereinander gelegt wird, damit nicht allzu viel Länge verloren geht. Das breitere Ende der Krawatte sollte etwas über dem Gürtel enden und das schmalere, dahinter befindliche Ende sollte ca. zwei Zentimeter kürzer sein.
Heutzutage haben Krawatten eine Breite von 9,5 Zentimetern. Das ist jedoch ein ebensolches Modemaß wie bei allen anderen Kleidungsstücken auch. Vor ein paar Jahren konnten Krawatten nicht schmal genug sein, davor nicht breit genug, noch früher bedeckten sie fast den halben Brustbereich. Was demnächst als schick gilt, bleibt also nur abzuwarten. Aktuell sind es jedoch angenehme 9,5 Zentimeter, die nicht nur gut aussehen, weil sie weder überpräsent sind, noch verschwinden, sondern auch leicht zu binden sind. Auf den „Final Touch“ sollte nie verzichtet werden. Er wird auch „Dimple“ oder zu Deutsch „Grübchen“ genannt. Dabei handelt es sich um die unterhalb des Knotens nach dem Zuziehen befindliche Delle. Diese kann sowohl ordentlich eingedrückt oder auch nach außen gestülpt werden, wodurch der Knoten insgesamt zierlicher oder voluminöser wirkt.